München, 27. April 2026 — Obwohl Cybersecurity weltweit zu den drei gefragtesten Fähigkeiten im Tech-Bereich zählt, erhielten IT-Sicherheitsexperten im vergangenen Jahr seltener eine Gehaltserhöhung als Tech-Fachkräfte aus anderen Bereichen. Das zeigt der aktuelle Harvey Nash Tech Talent & Gehaltsreport 2026, für den über 3.600 Tech-Fachkräfte weltweit befragt wurden. Demnach zählen Cybersecurity-Profis mit 23 % Zustimmung weltweit zu den Top-3-Jobs mit den unzufriedensten Mitarbeitern – nur knapp hinter den Bereichen Qualitätsmanagement (QA)/Testing (24 %) und Infrastruktur/Support (25 %).

Während das Gehalt für je über die Hälfte der DevOps-Fachkräfte (56 %), im Product Management (51 %) und in der Business Analysis (50 %) erhöht wurde, konnten sich nur 29 % im Bereich Cybersecurity über ein Gehaltsplus freuen. Der Studienreport geht daher der Frage nach: Was tun Unternehmen, um ihre Cybersecurity-Talente zu halten?

Mit Blick nach vorne sind die Gehaltserwartungen für 2026 im Bereich Cybersecurity ebenfalls mit 40 % im weltweiten Vergleich mit durchschnittlich 44 % Zustimmung zurückhaltend. Somit fallen IT-Security-Spezialisten aus der Liste der Top-10-Rollen heraus, die mit einem Gehaltssprung rechnen. Die Spitze dieser Liste führen Mitarbeiter in den Bereichen Firmware/Hardware Engineering (65 %), KI & Machine Learning (58 %) und DevOps (54 %) an.

Fast die Hälfte (49 %) der Cybersecurity-Fachkräfte plant, in den nächsten zwölf Monaten den Arbeitgeber zu wechseln. Auch das ist deutlich über dem weltweiten Durchschnitt von 39 %. Im Branchenvergleich werden in Energie und Versorgung, Fertigung sowie Telekommunikation die höchsten Fluktuationsraten erwartet.

Interessanterweise liegt der Wechselwunsch nicht an der Angst vor KI: Cybersecurity-Fachkräfte gehören mit 48 % Zustimmung zu den Berufsgruppen, die sich am wenigsten durch KI bedroht fühlen. Noch weniger haben Spezialisten im Bereich Firmware/Hardware Engineering (55 %) und Tech-Führungskräfte (58 %) das Gefühl, sich um ihre Jobs sorgen zu müssen. Das höchste Risiko, Jobs durch KI zu verlieren, nennen die Befragten aus den Bereichen:

  1.  QA/Testing,
  2.  KI & Machine Learning,
  3.  Datenbanken.

Ankur Anand, CIO von Harvey Nash kommentiert:

 „Die Daten sind ein Weckruf. Wir verlangen von Cybersecurity-Teams, an vorderster Front  unternehmerische Risiken abzuwehren – und belohnen diese Verantwortung viel zu selten mit angemessener Vergütung, Entwicklungsmöglichkeiten und einem unterstützenden Arbeitsumfeld. Wenn das Gehalt auf dem Markt nicht konkurrenzfähig ist, die Arbeitsbelastung steigt und die Rolle eher als Kostenstelle denn als strategischer Enabler wahrgenommen wird, brauchen wir uns nicht über die Fluktuation wundern.

Unternehmen, die ihr Risikoprofil verbessern und schneller auf Vorfälle reagieren wollen, müssen Cybersecurity-Talente als strategische Ressource behandeln: ihre Leistung sichtbar machen, Wertschätzung zeigen und aktiv vom Management unterstützt werden. Wer das richtig macht, behält nicht nur seine besten Fachkräfte — sondern stärkt auch das Vertrauen bei Kunden, Aufsichtsbehörden und dem eigenen Vorstand."

Weitere Ergebnisse aus dem Harvey Nash Tech Talent & Gehaltsreport 2026
3,646 Teilnehmer aus dem Tech-Umfeld:

Wechselgründe und Bleibemotivatoren:

  • Wechselgründe - Für mehr als die Hälfte (53 %) der Tech-Fachkräfte bleibt das Gehalt der Hauptgrund für einen Stellenwechsel, gefolgt von Karriereentwicklung (39 %) und Unternehmenskultur (32 %).
  • Bleibemotivatoren – Mehrere Faktoren spielen bei einem Jobwechsel für Tech-Experten eine Rolle. Fast drei Viertel (69 %) motiviert vor allem ein attraktives Gehalt, dicht gefolgt von der Möglichkeit zum ortsunabhängigen Arbeiten.  Weltweit würden 50 % der Befragten Stellen ohne hybrides Arbeiten nicht in Betracht ziehen, 40 % würden für mehr Homeoffice sogar ein niedrigeres Gehalt akzeptieren.
  • Unterschiede nach Geschlecht — Frauen legen etwas mehr Wert auf Krankenversicherung, Altersvorsorge und flexible Arbeitszeiten. Männer interessieren sich stärker für Reisetätigkeiten und Auslandseinsätze.
  • Wohlbefinden — Hybrides Arbeiten wird als Faktor für das eigene Wohlbefinden gesehen: Kürzere Pendelzeiten und bessere Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben (77 %) sowie eine verbesserte Work-Life-Balance (72 %) sind die meistgenannten Vorteile.

KI-Weiterbildung:

  • Zugang zu KI-Tools — Drei Viertel (75 %) der Befragten haben Zugang zu KI-Tools und -Plattformen, 43 % erhalten dedizierte Zeit zum Experimentieren und Lernen.
  • Weiterbildungslücke — Nur 37 % der Unternehmen investieren aktiv in KI-Weiterbildung. Ein Fünftel der Tech-Fachkräfte soll sich selbst weiterbilden, 23 % warten noch auf formale Schulungen.

Gute Führung:

  • Kommunikation bleibt entscheidend — Mehr als die Hälfte (54 %) nennt starke Kommunikation als wichtigstes Merkmal guter Führung, 49 % schätzen die Fähigkeit ihrer Führungskraft, eine positive Teamkultur zu schaffen.
  • Tiefes Technologieverständnis gewinnt an Gewicht — Für knapp jeden zweiten Befragten (48 %) zählt tiefes Technologieverständnis zu den Top-3-Führungseigenschaften. Jeder Sechste sieht fehlendes Technologieverständnis als enormes Hindernis, 29 % als erhebliches Problem. IT-Strategie taucht zum ersten Mal seit Jahren in der Liste der gefragtesten Führungskompetenzen auf.

Inklusion am Arbeitsplatz:

  • Tech-Branche tut noch nicht genug — Weniger als die Hälfte (48 %) glaubt, dass die Tech-Branche genug tut, um die Beteiligung von Frauen zu fördern. Fast ein Drittel der befragten Frauen (30 %) sieht hier Nachholbedarf, gegenüber etwa einem Fünftel der männlichen Befragten (22 %).
  • DE&I-Investitionen rückläufig — Auch wenn 83 % glauben, ihr Unternehmen tue genug für Diversität, stellt jeder zehnte Befragte einen Rückgang bei Maßnahmen und Fokus auf DE&I in den letzten zwei Jahren fest.
  • Unternehmenszweck vs. DE&I — Für 84 % der Tech-Fachkräfte ist der Unternehmenszweck bei der Stellenwahl wichtig. Weitere 59 % messen DE&I ein hohes Gewicht bei, insbesondere  Frauen mit 71 % und Menschen mit Migrationshintergrund mit 69 %. Dem stimmen auch 50 % der Männer mit weißer Hautfarbe zu.

Simon Crichton, CEO von Harvey Nash, fasst zusammen:

„Technologie entwickelt sich rasant und KI verändert die Spielregeln zunehmend. Tech-Fachkräfte erwarten von ihren Führungskräften eine klare strategische Ausrichtung, faire Vergütung, flexible Arbeitsmodelle und ein Umfeld, in dem sie erfüllende Karrieren aufbauen können. Besonders auffällig in diesem Jahr: die wachsende Sorge um klare IT-Strategien. Es gibt unterschwellige Bedenken rund um den Einfluss von KI, auch wenn sie gleichzeitig neue Karrierechancen ermöglicht. Die besten Tech-Führungskräfte sind jene, die Entwicklung und Einsatz von KI in eine kohärente Gesamtstrategie integrieren, bei der die Fähigkeiten und Stärken ihrer Tech-Teams weiterhin im Mittelpunkt stehen."

Über den Report

Der Harvey Nash Tech Talent & Gehaltsreport 2026 basiert auf einer Befragung von über 3.646 Tech-Fachkräften weltweit (darunter 1.394 in Großbritannien und 629 in den USA). Die Online-Erhebung fand zwischen dem 4. November 2025 und dem 26. Januar 2026 statt. Der Report ist Teil einer jährlichen Publikationsreihe von Harvey Nash, zu der auch die erstmals in 1998 erschienene und weltweit umfassendste Studie für digitale Führungskräfte, der Digital Leadership Report, gehört.
Den vollständigen Report finden Sie unter: www.harveynash.de

Über Harvey Nash

Harvey Nash ist ein weltweit führendes Personalvermittlungsunternehmen für Tech-Talente. Der Spezialist bringt innovative Unternehmen mit den Fachkräften zusammen, die sie für ihren Erfolg benötigen. Seit über 35 Jahren setzt Harvey Nash im Tech-Umfeld auf langjährige strategische Partnerschaften mit Unternehmen aus dem In- und Ausland. Mit Niederlassungen in Nordamerika, Großbritannien, Europa und Asien unterstützt Harvey Nash Unternehmen mit der Vermittlung spezialisierter Tech-Positionen in den Bereichen Cybersecurity, DevOps, KI & Automatisierung, Data, Cloud, SAP und Software Engineering.

Weitere Informationen: www.harveynash.de